Wie starken machen Internet-Gewinnspiele süchtig?
Verfasst von Koch Kessler
Dienstag, August 12, 2008
Es ist interessant zu sehen dass es Unterschiede gibt zwischen Glücksspielen und Spielen, bei denen es auf eine Kombination von Glück und Fähigkeiten wie beim Pokern gibt und diese unterschiedliche Potentiale haben, einen Spieler zur Spielsucht zu verleiten.
Der Unterschied liegt auch darin, dass bei Glücksspielen Geld auf den zufallsabhängigen Ausgang eines Ereignisses gewettet wird, wie z. B. durch einen Lottotipp oder eine Ergebniswette beim Fußball. Während Spielsucht hauptsächlich von den Charakteristiken des Spielers und seiner persönlicher Situation abhängt, ist es bemerkenswert, dass das Suchtpotential auch von den Eigenschaften der gewählten Glücksspielart abhängt.
Generell kann man sagen, dass je höher die möglichen Einsätze sind und je häufiger diese Einsätze nacheinander getätigt werden können, das umso riskanter eine Teilnahme an einem Spiel sein kann. Man zwischen "weichen" Glücksspielen (z.B. einfaches Lotto) und "harten" Glücksspielen (z.B. Automatenspiel oder das "große Spiel" im Casino).
Ein grosser Problempunkt beim Online-Spielen ist seine Anonymität. So spielt man in der Regel allein, was zu einem Wegfallen der sozialen Kontrolle führt. Spielende können sich also um Hab und Gut spielen, ohne dass jemand davon Notiz nimmt.
Internet-Casinos: Ein Risiko der Spiele im Online-Casino liegt darin begründet, dass sie in der Regel sehr kurz sind. Dies ist mit ständiger Spannung verbunden, was oft zu einer immer stärkeren Fixierung auf das Spiel führen kann. Bekräftigt durch anfängliche Erfolge, und um den "Kick" noch etwas zu steigern, wird hierbei immer riskanter gesetzt - und wenn schon viel Geld verspielt wurde, beginnen viele Spielende, ihren Verlusten durch immer höhere Einsätze hinterher zu jagen.
Lotterien: Obwohl Lotterien zu den am weitesten verbreiteten Glücksspielarten in Deutschland gehören, zeigen relativ wenige Lottospielende ein problematisches Spielverhalten. Dies liegt vor allem daran, dass Ziehungen in der Regel nur relativ selten stattfinden. Im Gegenteil zu "schnelleren" Glücksspielarten (z.B. Roulette) geraten Lotterieteilnehmende somit im Regelfall nicht in die Versuchung, sofort weiterzuspielen.
Ein höheres Gefährdungspotenzial besitzen jedoch Systemspiele, in denen die Spielenden die Möglichkeit haben, ihre Gewinnchancen durch einen deutlich erhöhten Geldeinsatz zu steigern. Während die Hoffnung auf einen Millionengewinn in den allermeisten Fällen enttäuscht wird, sind Kosten von mitunter mehreren hundert Euro die Wirklichkeit.
Online-Poker: Ein zusätzliches Gefahrenpotenzial bei Online-Poker ist die Schnelligkeit des Spiels. Das heißt, dank ständig neuer Spielrunden stehen Spielende permanent unter Anspannung, was dazu führt, dass sie oft lange brauchen, um sich vom virtuellen Spieltisch loszureißen.
Ebenso kritisch zu betrachten ist, dass Poker nicht als Glücks-, sondern als Kompetenzspiele im Sinne von kontrollierbar betrachtet werden. Dies führt dazu, dass Spielende auch angesichts eines katastrophalen Zwischenergebnisses weiterspielen, in der Hoffnung, durch ihr "Können" das Spiel wieder zu drehen.
Fazit: Wer online in Casinos spielen möchte, tut sich einen Gefallen, sich mit der möglichen Suchtgefahr von Spielen zu beschäftigen. Es hilft auf jeden Fall, seine Geldsumme streng zu begrenzen und sowohl im Falle von Verlusten und Gewinnen, festzulegen, wie lange gespielt wird und konsequent Geldauszahlungen im Falle von Gewinnen gemacht werden und diese nicht wieder zu "re-investieren".